Michelsamt Geschichte

Im Zentrum der jüngsten Geschichte der beiden Gemeinden stehen Fusionen. So haben Rickenbach und Pfeffikon 2013 fusioniert. Beromünster hat sich 2004 mit Schwarzenbach, 2009 mit Gunzwil und 2013 mit Neudorf zusammengeschlossen.

 

Gegründet wurde Beromünster gemäss einer Legende zwischen den Jahren 720 und 1000. Diese besagt, dass Graf Bero auf der Bärenjagd getötet wurde und zu seinen Ehren als Grabstätte das ehrwürdige Stift St. Michael gegründet wude. Die Stiftskirche wird 1036 erstmals urdkundlich erwähnt. » mehr erfahren

 

Rickenbach wird ersturkundlich 1230 in einer Streitschlichtungsurkunde zwischen dem Chorherrenstift Beromünster und einem Zofinger Bürger namentlich aufgeführt. » mehr erfahren

 

Graf Bero

Graf Bero soll in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts als Graf im Aargau gelebt und in Lenzburg gewirkt haben. Er hatte eine Tochter und einen Sohn – und mit seinem Sohn nimmt die Legende um die Verbindung von Lenzburg und Beromünster ihren Anfang, denn dieser machte sich eines Tages auf den Weg in die Region des heutigen Michelsamts. Beromünster soll damals von der Luzerner und Innerschweizer Lebensart geprägt gewesen sein: Mit mehr Raum zum Geniessen des Lebens und der weltlichen Köstlichkeiten als dies im strengen Regime des von puritanischer Arbeitsamkeit geprägten Lenzburg der Fall war. Ob Graf Bero’s Sohn jedoch des Genusses wegen oder zur Bärenjagd in Beromünster verweilte, ist bis heute unklar. Klar ist, dass er in einem sagenhaften Kampf einen Bären erlegte, diesen tapferen Sieg jedoch mit dem eigenen Leben bezahlte.

 

Offenbar ging Bero der Tod seines Sohnes so sehr zu Herzen, dass er ihm zu Ehren ca. 980 ein Stift errichtete, welches er dem Erzengel Michael widmete. Damit prägte er die Region in dreifacher Hinsicht nachhaltig und zementiert die Verbindung zwischen Beromünster und Lenzburg bis in die heutige Zeit hinein:

 

  • Er war Namensgeber der Gemeinde Beromünster. Wobei zu erwähnen ist, dass dies erst 1934 geschah. Bis dahin hatte Beromünster Münster geheissen und es erhielt den Zusatz Bero erst im Zusammenhang mit dem Bau des Landessenders. Damit wollte man verhindern, dass der Schweizer Sender mit jenem von Münster in Westfalen verwechselt wurde.
  • Er schenkte der Region mit dem Chorherren-Stift St. Michael ein kulturhistorisch äusserst wertvolles und schweizweit einmaliges Ensemble von Stiftskirche und Chorherrenhäuser.
  • Und das Stift St. Michael trug zur Namensgebung der Region – dem Michelsamt – bei.

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600 Jahre Beromünster 1415–2015

Exakt vor 600 Jahren haben die Eidgenossen das Michelsamt den Habsburgern entrissen. Damals im Jahre 1415 überstürzten sich die Ereignisse. Die unruhigen kirchenpolitischen Verhältnisse mit Papst Urban und Gegenpapst Johannes XXIII griffen auf die weltliche Macht über. Aufgrund der überstürzten Verhältnisse wurden die rechtlichen Folgen der Eroberung habsburgischer Gebiete nicht im Voraus eindeutig abgeklärt. Aber unter dem Luzerner Schultheiss Ulrich Walker gelang ein militärischer Vorstoss über Sursee ins Michelsamt. Der habsburgische Aargau war 1415 stark zersplittert, in Adelsherrschaften aufgelöst, verpfändet, versetzt. Ulrich Walker wollte die Strasse. Ihn lockten die Zölle, der Anmarschweg zum Gotthard, der Anschluss an die große reiche Welt. Der Rechtstitel für die Einlösung des Pfandes beruhte vor allem auf der Eroberung durch Ulrich Walker. Doch noch waren innerhalb der Vogtei des Michelsamtes vorerst eine Reihe von Problemen zu klären; Niedergerichte mussten erworben werden, so von den Edlen von Rinach. Endlich ging auch die Kastvogtei über Beromünster, die ein Reichslehen war, an Luzern über.